Laddie als Mantrailer

Hallo, mein Name ist Laddie von der Hessenkrone und ich bin ein Mantrailer. Für die, die diesen Begriff nicht kennen: ich werde als Personensuchhund ausgebildet. Im Einsatz werden alle möglichen Personen gesucht: Personen die vermisst werden, wie z.B. Alzheimerpatienten, aber auch Personen, die eigentlich gar nicht gefunden werden wollen, wie z.B. Einbrecher.

Zunächst möchte ich euch erzählen, wie wir zu dieser Sportart kamen.

Um mich zu sozialisieren hat Frauchen mich als Welpe mit in einen Hundeverein genommen und ich durfte in der Welpengruppe mit vielen anderen Hunden herumtollen und spielen. Da Frauchen vor mir einen Schäferhund hatte sind wir im Schäferhundverein gewesen. Nicht zuletzt auch deswegen, weil es in unserer Region keine Terriervereine gibt und wenn, dann treffen sich da die Herrchens und Frauchens und trinken Kaffee. Das bringt uns Hunden natürlich gar nix!
Und einmal beginnt auch für uns Hunde der Ernst des Lebens – so kam ich in eine Gruppe in der wir Unterordnung lernten. Grundgehorsam ist nämlich auch für uns kleine Hunde wichtig. Je besser ein Hund gehorcht, desto mehr Freiheiten hat er. Spielerisch habe ich Einblick in viele Hundesportarten erhalten. Ich war bei einem Klicker-Seminar, einem Obedience-Seminar, einem Fährten-Seminar und ich habe Agility gemacht. Sogar Schutzdienst habe ich ausprobiert, das war lustig!

Mantrailer

Laddie in der Sozialisierungsgruppe.

Mantrailer

Laddie beim Agility.

Mantrailer

Laddie beim Fährtenseminar.

Irgendwann kamen wir an einen Punkt, wo wir gemerkt haben: ein Gebrauchshundeverein ist nicht wirklich das Richtige für einen Terrier. Wir Terrier lernen anders und so wäre mir nur das Einzeltraining geblieben. Es war auch irgendwie nicht die richtige Sportart für uns dabei. Obedience war uns zu trocken, Agility war für Frauchen zu schnell (ich bin ihr einfach davongerannt), Fährtenarbeit ist sehr anstrengend und man findet auch schlecht Bauern, die sich die Frucht platttrampeln lassen, und Schutzdienst… die meisten Figuranten sind zu cool für kleine Hunde. (Ich hab eher den Eindruck, die haben Angst vor uns!) Also was tun? Beim nächsten Hundesommerfest kam dann die Lösung: Wir haben ein Mantrailer-Team kennengelernt!
Die Hoverwart-Hündin Candy mit ihrem Herrchen. Dieses Herrchen und mein Frauchen haben lange miteinander geredet und kurze Zeit später waren wir das erste mal zum trailen. Nicht mal ich wusste, was meine Nase alles kann! Ich möchte euch einladen, mit mir einen Trail zu machen und etwas über diese wichtige Arbeit zu erfahren. Wir arbeiten nicht in einer Rettungshundestaffel, aber unsere Ausbildung ist dieselbe.

Mantrailer

Laddie und Britta.

Mantrailer

Laddie und sein Geschirr.

Mantrailer

Laddie nimmt den Geruch auf.

Als erstes lernen wir, dass wir eine Person (wir nennen sie „Opfer“) suchen müssen, deren Geruch wir vorgehalten bekommen. Das ist nicht schwer, weil wir immer etwas ganz besonders Tolles bekommen, wenn wir das „Opfer“ finden. Ich z.B. bekomme Geflügelfleischwurst. Die schmeckt mir am liebsten!
Mantrailing ist ein Teamsport. Frauchen und ich arbeiten also als Team zusammen. Dafür muss erst einmal die Kommunikation stimmen. Da bei diesem Sport wir Hunde die meiste Arbeit haben, ist es also sehr wichtig, dass Frauchen meine Signale erkennt und versteht. Die Menschen nennen das „den Hund lesen“ und sie müssen es erst lernen, da Menschen verbal kommunizieren und wir Hunde die Körpersprache bevorzugen.
Bei Trailbeginn werde ich an ein gut sitzendes Geschirr geschnallt, da ich beim Mantrailen an der Leine ziehen darf und muss und wir haben ja als brave Hunde gelernt, dass man am Halsband NICHT ziehen darf. Dann bekomme ich meinen Geruchsgegenstand. Jetzt erfahre ich also, wen ich heute suchen darf.

Mantrailer

Laddie und Frauchen mit „Wisser“
und Trainerin Katrin.

Mantrailer

Laddie hat die Spur aufgenommen
und läuft los.

Mantrailer

Laddie sucht und es geht nicht immer geradeaus.

Wenn wir trainieren läuft auch ein „Wisser“ mit. Der weiss genau, wo das „Opfer“ ist und kann helfen, wenn wir uns mal verlaufen. Das kommt schonmal vor, gerade wenn wir Spuren verfolgen die schon etliche Stunden alt sind. Der Wind trägt dann den Geruch weiter und manchmal müssen wir etwas länger suchen. Aber bis jetzt hat noch jeder Hund sein „Opfer“ gefunden.
Frauchen führt mich ein bisschen herum und sobald ich die Spur gefunden hab geb ich ihr Bescheid; ich ziehe an der Leine. Jetzt sind wir also unterwegs. Aber wir sind nicht die einzigsten. Da sind immer auch andere Menschen wo wir trailen und ich muss unterscheiden (durch schnüffeln) ob das mein „Opfer“ ist oder nicht. Ausserdem geht’s nicht immer geradeaus. Es gibt auch Kreuzungen und manchmal läuft das Opfer auch querfeldein.
Wenn ich mein „Opfer“ dann gefunden habe wird ordentlich ein Fass aufgemacht. Alle freuen sich, Frauchen, der „Wisser“ und das „Opfer“ loben mich und ich bekomme meine Wurst. Dann geht’s zurück zum Auto und in meine Hundebox, wo ich mich ausruhen kann. Denn Nasenarbeit ist sehr anstrengend, auch wenn’s nicht so aussieht.

Mantrailer

Laddie sucht die Kreuzung ab.

Mantrailer

Laddie wird von „Opfer“ Sigrid belohnt.

Mantrailer

Laddie ruht sich in seiner Box aus.

Zum MantrailerSchluss möchte ich mich noch bei den „Mantrailern VulkanEifel“ und den „Mantrailern Neuwied“ für ihre Unterstützung und die schöne Zusammenarbeit bedanken.

Ich freue mich schon auf den nächsten Trail und hoffe ich konnte euch einen kleinen Einblick in mein Leben als Mantrailer geben.

Euer Laddie und Britta

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